Die Probezeit in einem Niederländischen Arbeitsvertrag

  • von Wouter Timmermans
  • 23 Feb, 2017

An eine Probezeit in einem Arbeitsvertrag werden in den Niederlanden bestimmte gesetzliche Anforderungen gestellt. Möchten Sie einen Arbeitsvertrag mit ihrem Arbeitnehmer abschließen, so sollten sie darauf achten, dass sie diesen Anforderungen genüge tun. Kommen Sie diesen Anforderungen nicht nach, so kann das schwerwiegende finanzielle Folgen für Sie haben.

 

Schriftformerfordernis

Eine wirksame Probezeitvereinbarung erfordert zunächst, dass diese schriftlich vereinbart oder in einem anwendbaren Tarifvertrag umgesetzt wurde. Wurde diesem Schriftformerfordernis nicht genüge getan, so ist davon auszugehen, dass die Probezeit nichtig ist und eine solche Abrede nicht zu Stande gekommen ist. Das bedeutet dann, dass Sie nicht das Recht haben, Ihren Arbeitnehmer während der Probezeit zu kündigen. Falls Sie ihn dennoch kündigen, so kann der Arbeitnehmer das Amtsgericht anrufen, um die Kündigung für unwirksam erklären zu lassen. Darüber hinaus kann der Arbeitnehmer im Rahmen dieses Verfahrens Widereinstellung und Bezahlung des rückständigen Lohns verlangen, inklusive einer Erhöhung des Lohns um maximal 50 % plus den gesetzlichen Zinssatz.

 

Die Probezeit muss für Arbeitnehmer und Arbeitgeber in gleicher Weise gelten

Die Vereinbarung über die Probezeit ist auch unwirksam, falls sie für den Arbeitnehmer länger andauert als für den Arbeitgeber oder auch andersrum.


Die maximale Dauer der Probezeit

Falls der Arbeitsvertrag für einen Zeitraum, der nicht mehr als 6 Monate beträgt, geschlossen wurde, kann keine Probezeit vereinbart werden.

In Folgenden Fällen darf die Probezeit maximal einen Monat betragen:

-        Bei einem befristeten Arbeitsvertrag, der auf kürzere Zeit als 2 Jahre, jedoch länger als 6 Monate befristet ist.

-        Bei einem Arbeitsvertrag, dessen Ende nicht mit einem Kalenderdatum bestimmt wird. Dies ist zum Beispiel der   Fall,  wenn der Arbeitsvertrag für die Dauer des Ersatzes eines kranken Arbeitnehmers geschlossen wird.

 

Eine Probezeit darf in folgenden Fällen maximal 2 Monate betragen :

-        Bei einem Arbeitsvertrag über eine bestimmte Länge von mindestens 2 Jahren

-        Bei einem Arbeitsvertrag auf unbestimmte Zeit

-        Wenn eine solche Regelung in einem anwendbaren Tarifvertrag getroffen wird

Falls die vereinbarte Probezeit die gesetzlich erlaubte Dauer übersteigt, ist diese unwirksam.

Die Probezeit beginnt von dem Moment an, in dem der Arbeitnehmer tatsächlich anfängt zu arbeiten.

 

Kündigung während der Probezeit

Ein Arbeitnehmer sollte innerhalb der Probezeit gekündigt werden. Es ist daneben auch möglich, dem Arbeitnehmer noch bevor er überhaupt tatsächlich angefangen hat zu arbeiten unter Berufung auf die Probezeit zu kündigen. Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer auf Nachfrage die Gründe für die Kündigung schriftlich mitzuteilen.

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